Multiples Myelom Selbsthilfegruppe Mayen-Koblenz / nördl. Rheinland-Pfalz MM-SHG MYK

Was ist Multiples Myelom ?

Multiples Myelom - in einigen Regionen Deutschlands zum Teil auch Plasmozytom genannt - ist im Umgangssprachton "Knochenmarkkrebs". Es handelt sich um eine zurzeit unheilbare Krebser-krankung von Zellen des Immunsystems, den Plasmazellen. Gesunde Plasmazellen bilden Eiweißstoffe, sogenannte Antikörper, die sich gegen zahlreiche Krankheitserreger, wie z.B. Viren oder Bakterien richten.

Im gesamten englischsprachigen Raum wird ausdrücklich zwischen Multiplem Myelom und Plasmozytom unterschieden. Beim Plasmozytom ist nur eine einzige Stelle im Körper befallen, während beim Multiplen Myelom mehrere Stellen, meist der ganze Körper befallen ist. Plasmozytom haben knapp 10 %  der Myelom-Patienten in Mitteleuropa.

Pro Jahr erkranken in Deutschland etwa 4 von 100.000 Einwohnern an Multiplem Myelom. Es ist eine der am schnellsten zunehmenden Krebserkrankungen in Deutschland.

Bei Patienten mit Multiplen Myelom kommt es zu einer ungezügelten Vermehrung von Plasmazellen, die in der Regel zunächst im Knochenmark beginnt. Durch die Vermehrung der Plasmazellen wird das Wachstum der gesunden blutbildenden Zellen im Knochenmark gehemmt, so dass gesunde weiße und rote Blutkörperchen vermindert in das Blut abgegeben werden. Gleichzeitig wird das Knochengewebe in diesen Skelettanteilen angegriffen. Am häufigsten sind das Wirbelsäule, Beckenknochen und Rippen. Durch die Zerstörung von Knochengewebe, das aus Kalziumkristallen aufgebaut ist, kann es zu einem kritischen Anstieg des Kalziums im Blut kommen. Die bösartigen Plasmazellen bilden in der Regel große Mengen von Antikörpern, so dass der Eiweißgehalt des Blutes erheblich ansteigt. Ein Teil des Eiweißes wird über die Nieren ausgeschieden. Dabei kann das Eiweiß die Nierenkanälchen verstopfen und so die Nierenfunktion beeinträchtigen.

Nur etwa 35 % der Myelom-Patienten in Europa sind 5 Jahre nach ihrer Diagnose noch am leben. Das steht im krassen Widerspruch zu den jüngsten Forstschritten bei der Früherkennung und Behandlung anderer Krebserkrankungen.